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Überwinterung der griechischen Landschildkröte

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Überwinterung der griechischen Landschildkröte

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SK_1Die Griechischen Landschildkröten leben in den gemäßigten Klimazonen der östlichen und westlichen Mittelmeerländer, in denen sie bedingt durch das Klima nicht ganzjährig ihre Aktivitätstemperatur erreichen können. Durch die kühlen Temperaturen ist auch die Nahrung sehr knapp, sodass die Schildkröten in dieser Zeit eine Winterstarre halten. Deshalb ist es artgerecht, bei gesunden Tieren eine Überwinterung  in Gefangenschaft durchzuführen.

Die Regeneration des Organismus wird unterstützt, wodurch das Auftreten von Krankheiten, wie der Fettleber, deutlich verringert wird. Außerdem sind überwinterte Landschildkröten widerstandsfähiger, lebhafter und ihre Panzer- und Hautfärbung ist kontrastreicher.

Die Winterstarre  beeinflusst bei erwachsenen Landschildkröten das Fortpflanzungsverhalten positiv. Ohne Überwinterung würden sie unfruchtbar werden weil die Eizellen der Weibchen die Abkühlung zum Reifen benötigen,  bei den Männchen werden während der Kälteperiode die Samenzellen gebildet.

Jungtiere sollten bereits ab dem ersten Lebensjahr eine Winterstarre halten, da es ansonsten zu einem unnatürlichen, zu schnellen Wachstum kommen und sie infolgedessen erkranken würden.

Deshalb ist es nicht nur sinnvoll und artgerecht den heimischen Griechischen Landschildkröten eine Überwinterung zu ermöglichen, sondern auch gesundheitsfördernd und folglich notwendig.

Vorbereitung

Es gibt drei verschiedene Methoden die Griechische Landschildkröte überwintern zu lassen:

Die Freilandüberwinterung (Bedingung – Vorhandensein eines Gartens, Gefahr durch Erfrieren oder Angefressenwerden durch Nagetiere)

Die Kellerüberwinterung (heutzutage sind viele moderne Häuser so gut isoliert, dass eine Überwinterung im Keller nicht vollzogen werden kann)

Die Kühlschranküberwinterung ( bei dieser Methode wird gewährleistet, dass die Landschildkröte dauerhaft Winterstarre halten kann und keinen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. So muss die Überwinterungsbox bei zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen auch nicht umtransportiert werden, sodass Erschütterungen die Schildkröte aufwecken können.

Schon ab Temperaturen unter 20°C wird die Aktivität der Verdauungsenzyme eingeschränkt, sodass die Landschildkröte bei weiter sinkenden Werten die Nahrungsaufnahme verringert und schließlich ganz einstellt.  

Die Landschildkröte vergräbt sich nun vorwiegend und verlässt ihr Versteck nur sehr selten. Um den Darm der Landschildkröte vollständig zu entleeren, wird sie an zwei bis drei aufeinander folgenden Tagen für 10 bis 20 Minuten in 24°C bis 26°C warmem Wasser gebadet. Wird der Darm nicht vollständig entleert, kann es zu einer inneren Verfaulung und Vergiftung kommen. Die letzte Futteraufnahme der Schildkröte vor der Überwinterung sollte mindestens zwei Wochen zurück liegen.

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Im August sollte Kot des Tieres auf Parasitenbefall überprüft und eine eventuell notwendige Wurmkur durchgeführt werden. Der Tierarzt untersucht auch geschlechtsreife Weibchen auf nicht abgelegte Eier. Kranke Tiere müssen nach der Behandlung den Winter über warm gehalten werden.

Die Überwinterungsbox der Griechischen Landschildkröte sollte etwa dreimal so lang wie die Panzerlänge der Schildkröte sein und aus durchsichtigem Material bestehen, da somit die Kontrolle erleichtert wird. Gefüllt wird sie mit lockerer Erde und darüber wird getrocknetes Laub ausgebreitet. Moos und Rindenmulch können ebenfalls verwendet werden. Bedeutend ist deren Feuchthaltung. Das Substrat soll bis auf die doppelte Panzerlänge der Tiere aufgeschichtet werden und muss regelmäßig mit einem Wassersprüher angefeuchtet werden. Die Landschildkröte kann sich dann gut darin eingraben. Zudem sollte die Box gegen Zugluft und Nagetiere geschützt werden, also einen Deckel mit kleinen Lüftungslöchern besitzen oder es kann ein feines, fest angebrachtes Drahtnetz darüber gelegt werden. Aus Sicherheitsgründen sollte die Box nicht direkt auf den Boden gestellt werden. Wichtig ist auch, dass nicht zu viele Landschildkröten in einer Box überwintern. So können zum Beispiel die Bakterien von einer verendeten Schildkröte  gesundheitsgefährdend für die anderen Tiere sein. Wenn die Temperatur dann auf unter 7°C absinkt, fällt die Landschildkröte in die Winterstarre.

Winterschlaf

Während der Winterstarre ist es wichtig, dass die Temperatur regelmäßig kontrolliert wird. Sie sollte nicht unter dem Gefrierpunkt liegen, da dieses den Kältetod der Landschildkröte zur Folge hätte. Lebensnotwendig ist auch den Kühlschrank zur Sauerstoffversorgung ein bis zwei Mal in der Woche für 30 Sekunden zu öffnen.

Um eine dauerhafte Winterstarre zu gewährleisten, sollte die Temperatur zwischen 4°C und 6°C liegen.

Daher sollte regelmäßig alle fünf bis sechs Wochen eine Gewichtskontrolle vorgenommen werden. Die Schildkröte wird dabei nicht aufgeweckt. Für erwachsene Tiere ist ein Gewichtsverlust von 10% und für Jungtiere von 15% noch akzeptabel. Verliert die Landschildkröte jedoch mehr Gewicht, muss sie aus der Winterstarre geholt und zum Tierarzt gebracht werden. Kleinere Tiere können  während der Überwinterung sogar an Gewicht zunehmen, da sie durch das Atmen Feuchtigkeit aufnehmen.

Wenn die Landschildkröte aufgrund ihres Gewichtes aus der Box geholt wird, sollten die Hinterbeine berührt werden, um festzustellen, ob das Tier noch reagiert. Fallen rote Flecken am Bauchpanzer auf, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung oder Erfrierung.

Auswinterung

Die direkte Aufwachphase, in der sich die Schildkröte aus- und wieder eingräbt, dauert in etwa eine Woche. Wenn sich das Tier vollständig ausgegraben hat, sollte es in ein Terrarium gesetzt werden, in dem ihm ein Unterschlupf angeboten wird, außer bei der Freilandüberwinterung. Obwohl die Schildkröte anfangs noch weiter ruhen wird, sollte das Terrarium in einen Raum von 20°C bis 22°C gestellt werden. Wenn die Griechische Landschildkröte aktiv wird, ist es Zeit, sie wie in der Vorbereitung für 10 bis 20 Minuten in 24°C bis 26°C warmem Wasser zu baden. Hierbei nimmt sie Wasser zur Regulierung ihres Wasserhaushaltes auf und kann bereits den ersten Harn absetzen. Das Terrarium wird dann wieder langsam beleuchtet und auch die Bodenheizung wird ab der ersten Woche angestellt. Auch wenn es bis zu einer Woche dauern kann, bis die Landschildkröte mit dem Fressen beginnt, sollte ihr täglich nach und nach mehr Futter und frisches Wasser angeboten werden. Zudem muss ihr Gewicht kontinuierlich überprüft werden.

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Man sollte also nicht einfach losgehen und sich eine Schildkröte kaufen, weil es ja so interessante Tiere sind. Dieser Artikel zeigt sehr deutlich, dass man sich vorher umfangreich informieren muss, um dieser Tierart gerecht zu werden..

Die Grundlagen dieses Artikels wurden uns von Norina Rudolph zur Verfügung gestellt. Dafür sagen wir – Danke.

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